Impressionen

Wenn ich mir die Baumstühle von Andreas Schymczyk ansehe, fallen mir zwei häufig strapazierte und oft mißbrauchte Worte ein:

Liebe und Hingabe.

Es ist in allen Details spürbar wie seine Baumstühle von ihm erlebt werden und damit zum Leben erwachen.

Er selbst hat mal geschrieben, dass Bäume Träume sind oder eine Idee, ein Teil seiner Idee.

Und sie sind schon die Formen, die sie ihm geben und die er ihnen dann gibt.

Für ihn bieten sie Freude und das Gefühl in ihnen sitzen zu wollen - all das spürt man jedem Stuhl an, all das überträgt sich auf den Zuschauer.

Diese Baumstühle machen neugierig.

Man spürt ihnen an, dass ihr Schöpfer sich auf sie eingelassen hat, sich von ihnen zu ihren neuen Formen tragen lässt.

So entsteht eine ganz eigene kostbare Schönheit und Eigenständigkeit, die ihresgleichen sucht.

Es scheint mir mehr als nur Arbeit für Andreas Schymczyk geworden zu sein, eher eine Form von Berufung im besten Sinne, eine Herzensangelegenheit.

Nicht umsonst tragen die Stühle Namen wie Rosa, Janus oder Loki. Dadurch entwickelt jedes Stück ein Eigenleben, eine besondere unverwechselbare Ausstrahlung, denn keines ähnelt sich.

Sie tragen in sich noch die sichtbare Erinnerung an ihren Ursprung, an ihre eigentliche Form, ob Gigant oder Zwerg, ob zart oder schwer, ob Ahorn, Linde oder Buche.

Und obwohl sie sicher Kunstwerke sind, strotzen sie von natürlicher Kraft
und sind doch neu - und laden uns ein einen ganz alten Kindertraum neu
zu erleben: in einem Baum zu sitzen und sich wohl zu fühlen.

Mario Freivogel
Schauspieler